IMMER NOCH NICHT SCHNELL GENUG…

Veröffentlicht am 07.07.2015 in Neuigkeiten
IMMER NOCH NICHT SCHNELL GENUG…

„Mehr ois 180 bringt a net zam!“ Diesen Satz hörte man am und auch nach dem 10. Mai am Pannoniaring nicht nur einmal von den Fahrern. Egal was wir auch versuchten die Tachonadel kam einfach nicht über 180 km/h hinaus.

Was macht man in so einer Situation??? Richtig. Man besorgt sich einfach einen stärkeren Motor. Nach gar nicht all zu langer Suche fand unser Mechaniker Thomas im Internet einen 325er BMW mit Totalschaden. Der Motor aber war top und hatte nur 80.000 Kilometer drauf. Also Anhänger aufs Auto und ab nach Oberösterreich.

Das Umbauen war dann allerdings doch eine größere Herausforderung. Die Motoren auszubauen war noch relativ einfach. Diverse Leitungen, Kabel, Schrauben wurden, je nach Lust und Laune mal fachgerecht abgesteckt oder auch mal einfach nur heraus gerissen „Is wurscht.“ Nicht mehr benötigte Verkleidungen wurden sofort entsorgt. Immerhin bringt jedes Gramm mindestens 20 PS mehr. Bissl Optimismus darf halt nicht fehlen.

Begonnen mit dem Ausbau hat man gegen 14 Uhr und nachdem das ja so rasch geht, weil diverse Arbeiten am Motor wie Fächerkrümmer am ausgebauten Motor schneller gehen, spricht nichts dagegen den Einbau um 17 Uhr noch vorzunehmen. Immerhin passen der Motor und die Aufhängungen „GANZ SICHER!!!“ Und wenn wir schon den Motor draussen und das Auto auf der Hebebühne haben, machen wir Fahrwerk und Bremsen auch gleich. Beim Einbauen geht man sehr motiviert und „mit Gfüh'“ an die Arbeit.

Tja… Gegen 20:30 Uhr häufen sich die nicht jugendfreien Ausdrücke merklich. Das gewisse „Gfüh“ wurde mittlerweile durch Hammer und Brecheisen ersetzt. Mit dem besonderen Reiz, dass sich sogar der Hammer gegen den Chefmechaniker verschworen hat und diesen zu attackieren versucht. Thomas findet den Angriff allerdings nicht ganz so lustig wie einige andere. Aber es ist nicht nur der Motor, das Auto und das Werkzeug gegen den Einbau. Saboteure des Projekts befinden sich in den eigenen Reihen. Werkstattbesitzer und Clubmitglied Nedim, der seine Werkstatt besser pflegt als das Reinigungspersonal eines Krankenhauses den OP-Saal, sorgt emsig dafür, dass sich das Werkzeug immer an seinem Platz befindet und man den Schraubenzieher mit Sicherheit nicht dort findet wo man ihn vor 20 Sekunden hin gelegt hat.

Endlich… Auf den zweiten Anlauf und nachdem man ein paar „Kleinigkeiten“ nachgebessert hat, wer rechnet denn damit, dass die Motoraufhängung um läppische 5 Millimeter, nach einem Totalschaden, verzogen ist!!!! passt der neue Motor. Die Kardanwelle ist dran. Vor ca 5 Stunden hat man fachmännisch die vom 320er und vom 325er verglichen. Wenn man die nämlich nebeneinander legt und die fast gleich lang sind, dann passen die sicher. Man macht sich motiviert ans Werk, immerhin ist der Motor ja drin. „De ärgste Hockn hamma!“ ….

10 Minuten später hat man zumindest herausgefunden, warum der Wagen beim Rennen nicht ruhig gelaufen ist. Die Kardanwellen ist komplett verrostet und lässt sich keinen Millimeter bewegen. Schmier- und Sprühmeister Christian eilt mit WD 5 zu Hilfe und auch der Hammer hat mittlerweile Mitleid und geht nicht mehr auf Thomas sondern auf die Teile los. Nach Schwerstarbeit und fleissigem Schleifen und Schmieren wird die Kardanwelle wieder mont…. Nein sie wird nicht montiert. Die Endstücke passen nicht mit dem neuen Getriebe zusammen. Man kann nicht mehr sagen ob die Müdigkeit oder die Verzweiflung das Fluchen und Schimpfen zum schweigen gebracht hat. Auf jeden Fall wird jedes Hindernis einfach nur noch zur Kenntnis genommen. Beide Kardanwellen auseinander nehmen und wieder zusammen stückeln, einbauen. Endlich! Neue Radaufhängung wird noch gemacht. Mittlerweile, es ist kurz vor Mitternacht, vertraut man, angesichts der doch schon schweren Ermüdungserscheinungen, nicht mehr ganz dem „Gfüh“ und recherchiert noch im Internet wo der Pfeil hinzeigen muss. Die letzten Schrauben und Muttern werden gereicht. „Die Mutter passt owa net. Des muas a selbsgsicherte sei. De hob i olle do her glegt.“ Irgendwo sind am BMW jetzt Muttern verbaut wo keine hin müssen!?!? Zum aufregen sind alle zu müde. Bremsscheiben und Bremsbacken werden erneuert und die Räder montiert. Keiner kann und will mehr. Es ist kurz vor 02:00 Uhr als der BMW raus geschoben wird. Zum Glück soll es nicht regnen. Denn die Scheiben sind noch unten und das Steuergerät noch anzuschließen ist nach 12 Stunden einfach nicht mehr drin.

← Zurück